Tipps & Schrittanleitung: Richtig bohren


Tipps & Schrittanleitung: Richtig bohren

Zur stabilen Befestigung von Hängeschränken, Regalen, Wandhalterungen oder sogar Bildern bedarf es der Fixierung mittels Schrauben. Damit nichts schiefgeht, während Sie ein Loch in die Wand bohren, finden Sie im folgenden Beitrag hilfreiche Tipps und eine Schrittanleitung.

Richtig bohren: Tipps & Schrittanleitung

Um ein Loch in die Wand zu bohren, benötigen Sie diverses Werkzeug und Material.

Werkzeugliste:

  • abhängig von der Wand: Bohrmaschine oder Bohrhammer
  • passenden Bohrer
  • Ortungsgerät
  • Leiter oder Tritt
  • Staubsauger

Materialliste:

  • Bleistift zum Markieren
  • Schrauben
  • Dübel
  • Klebeband
  • Für den Notfall: Spachtelmasse

Vorbereitungen vor dem Bohren

Damit Sie ohne Probleme ein Loch in die Wand bohren können, stellt sich je nach Untergrund zunächst die Frage, welchen Bohrer und welche Maschine Sie benutzen sollten. Bei der Bohrmaschine und den entsprechenden Aufsätzen gibt es für die Vielfalt an Untergründen verschiedene Auswahlmöglichkeiten.

Die Wahl einer geeigneten Bohrmaschine und des passenden Bohrers vermeidet Arbeitsunfälle oder unnötige Schäden am Material. Prüfen Sie deshalb sorgfältig die Wand vor dem Bohren.

a) Wand prüfen

Einen ersten Eindruck kann man sich durch das Klopfen auf den Untergrund verschaffen.

  1. Klingt dieser hohl, hat man es aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer dünnen Wand zu tun, die leicht zu bohren ist: z.B. Porenbeton, Gipskarton oder Holz
  2. Ist das Klangbild dumpf, handelt es sich um eine massive Wand die gemauert ist oder aus Beton besteht die Wand aus (Natur-)Stein oder Ziegel oder hartem Beton

b) Passende Maschine wählen

  1. Bohrmaschine ohne Schlagfunktion (ggf. mit Akku)
    für Untergründe wie Porenbeton, Hohlmauerwerk, Wandbauplatten, Lochstein
  2. Schlagbohrmaschine mit leichten Schlägen
    für Untergründe aus Mauerwerk mit dichtem Gefüge wie Vollziegel und Kalksandvollstein
  3. Bohrhammer mit harten Schlägen und großem Bohrfortschritt
    für Untergründe aus Vollstein mit dichtem Gefüge wie Beton und Naturstein

c) Auch in Sachen Bohraufsatz gibt es Unterschiede: Steinbohrer, Holzbohrer oder Metallbohrer

Der verbreitetste Bohrer ist der Metallbohrer, da er als wahrer Allrounder auch für Holz und Kunststoff zu verwenden ist. Um beim Bohren mit dem Metallbohrer nicht zu verrutschen, sollte das Loch per Hammerschlag oder mit einem Körner markiert werden.

Wer für das Bohren einer Holzwand einen speziellen Holzbohrer besitzt, wird feststellen, dass das Positionieren dank der Zentrierspitze des Kalibers deutlich leichter fällt.

Für das Bohren von Stein gibt es einen extra Steinbohrer, der sich mit seiner flachen Spitze ausgezeichnet gut durch massive Materialien wie Stein Beton oder Mauerwerk arbeiten kann.

Sie sind sich unsicher? Bohren Sie mit einem dünnen Bohrer an einer verdeckten Stelle eine Probebohrung.

d) Passenden Dübel wählen

Natürlich ist auch die Auswahl des passenden Dübels wichtig:

  • Gipskarton, Gipsfaser- oder Wandbauplatten
    ⇒ Gipskartondübel oder Federklappdübel
  • Geeignet zum Montieren von Bildern, Lampen, Halterungen, Schienen und leichten Regalen und Schränken. Vielseitig einsetzbar für Vollmauerwerk, Beton, Lochstein, Leicht-/Porenbeton, Holz, Wandbauplatten etc.
    ⇒ Allzweckdübel
    Hinweise:
    – Ist der Gegenstand schwerer, sollte ein passender Dübel abgestimmt auf die Wand verwendet werden.
    – Allzweckdübel sind nicht für Gipskarton, Gipsfaser- oder Wandbauplatten geeignet, da zu wenig Griffigkeit in der Wand. Verwenden Sie stattdessen Gipskartondübel oder Federklappdübel.
  • für Lochstein mit hoher Last
    ⇒ Porenbetondübel
  • für Mauerwerk aus Vollstein und Beton
    ⇒ Spreizdübel

Die Bohrlochtiefe muss meist größer als die Dübeltiefe sein, da die Schraube Platz benötigt und aus der Dübelspitze herausschaut. In der Regel entspricht die Bohrlochtiefe: Dübellänge + 10 mm.

Für die Bohrlochgröße gilt im Normalfall: Dübeldurchmesser = Bohrerdurchmesser. Bei weichen Baustoffen sollten Sie jedoch 1 mm kleiner bohren.

Verwenden Sie bei porösen Wänden einen kleineren Bohrerdurchmesser, um zu große Löcher zu vermeiden.

Richtig bohren in 8 Schritten

Schritt 1: Gewünschte Bohrstelle überprüfen

Überprüfen Sie mit einem Ortungsgerät die Wand an der gewünschten Stelle auf Stromleitungen, Eisen oder Metalle. Mit dem Ortungsgerät können Sie sich unkompliziert und zügig anzeigen lassen, ob die gewünschte Stelle problemlos zu bohren ist. Das Ortungsgerät erhalten Sie im Baumarkt.

Stromleitungen verlaufen meist in sogenannten Installationszonen vertikal und horizontal in der Wand. Besondere Vorsicht ist senkrecht und waagerecht von Steckdosen geboten.
Auch Stellen im Umkreis von 15 bis 45 cm oberhalb des Fußbodens, 15 bis 45 cm unterhalb der Decke und 10 bis 30 cm neben Türrahmen, Fenstern und Zimmerecken sind vorab besonders zu prüfen.

Schritt 2: Anzeichnen

Zeichnen Sie nach der Überprüfung die Stelle mit einem Bleistift an, wo Sie das Loch in die Wand bohren möchten.

Für glatte Untergründe (z.B. Fliesen) empfiehlt es sich, das Bohrloch anzureißen, sodass Sie mit der Bohrmaschine beim Bohren nicht abrutschen können.

Schritt 3: Die Wandbeschaffenheit prüfen

Wie oben beschrieben beeinflusst die Beschaffenheit Ihrer Wand die Auswahl des geeigneten Bohrers, Dübels und der Bohrmaschine.

Stecken Sie den Bohrer in das Bohrfutter und fixieren Sie ihn mit dem Schraubmechanismus des Bohrfutters.

Tipp: Bei Unsicherheiten können Sie auch an einer versteckten Stelle probebohren.

Schritt 4: Bohrlochtiefe markieren

Damit Sie nicht tiefer in die Wand bohren als nötig, sollten Sie die Bohrtiefe mit Klebeband auf dem Bohrer markieren oder den Tiefenanschlag der Bohrmaschine entsprechend anpassen.

Schritt 5: Die sichere Standposition

Um ein Loch in die Wand zu bohren, ist unbedingt auf einen festen und sicheren Stand zu achten. Stellen Sie sich frontal und in einem Ausfallschritt zur Wand.

Für Rechtshänder gilt: Linkes Bein nach vorne. Linkshänder stehen mit dem rechten Bein vorne sicherer.

Wichtig: Für Arbeiten auf einer Leiter sollten Sie die Sicherung durch eine weitere Person in Anspruch nehmen.

Schritt 6: Und nun Bohren!

Um nun damit zu starten, Ihr Loch in die Wand zu bohren, setzen Sie Ihre Bohrmaschine rechtwinklig zur Wand an.

Den Bohrstaub lassen Sie entweder von einer zweiten Person mit einem Staubsauger aufsaugen. Alternativ befestigen Sie unterhalb der Bohrstelle einen geöffneten Briefumschlag, der den Staub auffängt.

Bohren Sie mit gleichmäßigem, leichtem Druck!

Handelt es sich um verkleidete Ziegelstein-, Naturstein- oder Betonwände, so muss anschließend noch die Schlagbohrfunktion eingestellt werden. Damit bohren Sie nun bis zur gewünschten Tiefe weiter.

Danach nur noch den Bohrer herausziehen. Sie können auch die Rücklauffunktion nutzen.

Tipps:

  • Wer unsicher ist, aus welchem Material die Wand besteht, sollte zuerst im Drehgang bohren und das Schlagwerk erst dann zuschalten, wenn es nicht mehr weiter geht.
  • Bei Fliesen sollte immer ohne Schlagwerk gebohrt werden, da diese sonst zerspringen können.
  • Erst Druck auf die Maschine ausüben, wenn die Bohrspitze sich sicher in der Wand dreht und nicht mehr abrutscht.

Schritt 7: Bohrloch reinigen

Dübel inklusive Schraube halten nur dann richtig, wenn das Bohrloch staubfrei ist und von sämtlichen Rückständen gesäubert wurde. Verwenden Sie hierfür entweder erneut den Staubsauger oder eine kleine Bürste.

Schritt 8: Bohrloch prüfen und evtl. korrigieren

Anhand des Dübels prüfen Sie nun, ob das Bohrloch stimmt. Passt der Dübel nicht rein, so ist es zu klein. Es bedarf dann einen zweiten Vorgang mit einem größeren Bohrer.

Ist es hingegen zu groß, so füllen Sie das Loch einfach mit etwas Spachtelmasse und drücken den Dübel in die noch feuchte Masse hinein. Nach etwa zwei Stunden sollte es soweit angetrocknet sein, dass Sie die Schraube reindrehen können.

Verlängern Sie die Lebenszeit Ihrer Bohrmaschine, indem Sie das Bohrfutter und den Bohrer nach dem Bohren gründlich reinigen.

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