Seniorengerecht wohnen: So sorgen Sie fürs Alter vor

Seniorengerecht wohnen: So sorgen Sie fürs Alter vor

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seniorengerecht zu wohnen. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Optionen vor und geben Ihnen Tipps, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Planen Sie den Umbau für barrierefreies bzw. seniorengerechtes Wohnen

Es ist keine Seltenheit: Man lebt jahrzehntelang in den eigenen vier Wänden. Mit ansteigendem Alter merkt man jedoch, dass das Nutzen der Wohnräume mehr und mehr zur Herausforderung wird.

Treppen können nicht mehr so leicht überwunden werden und der Einstieg in die Badewanne klappt nur mühsam. Nur die wenigsten Menschen möchten deswegen umziehen, die meisten bleiben gerne in ihrer vertrauten Umgebung.

Selbst wer sich für einen Wohnungswechsel entscheidet, steht häufig vor dem Problem, keine seniorengerechte Wohnung zu finden. Die Zahl der barrierefreien Wohnungen in Deutschland belaufen sich nämlich derzeit auf lediglich 700.000, die Anzahl der älter werdenden Menschen steigt jedoch rasant an.

Es ist daher sinnvoll, sich rechtzeitig selbst um den Umbau der eigenen Wohnung zu kümmern, denn ein altersgerechtes Zuhause ermöglicht Ihnen auch in späteren Lebensphasen Selbstbestimmung.

Barrierefrei oder altersgerecht: Das ist der Unterschied

Wer den eigenen Wohnbereich barrierefrei einrichten möchte, muss sich an die DIN-Norm 18040-2 halten, die seit 2011 gilt. Diese enthält umfangreiche Vorgaben im Bezug auf sensorische Anforderungen. Das Ziel ist es in einer solchen Wohnung wirklich allen Menschen die Nutzung ihrer Räume, ohne Einschränkung zu ermöglichen.

Ein solcher Umbau ist in der Regel mit deutlich höheren Kosten verbunden. Für eine „altersgerechte“ oder „barrierearme“ Wohnung hingegen reichen manchmal schon einfachere Änderungen. Diese Begriffe sind nicht offiziell definiert und lassen im Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner Interpretationsspielraum.

Sind Sie gerade dabei ein Haus zu erwerben, können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es Treppen? Können Schwellen und Stufen überwunden werden? Gibt es Rampen oder Treppenlift?
  • Sind die Bewegungsflächen in der Wohnung groß genug? Sind Türen breit genug?
  • Ist das WC hoch und tief genug? Gibt es eine Dusche in die man einfach ein-und aussteigen kann?
  • Gibt es Haltegriffe?
  • Können nicht vorhandene Dinge eingebaut werden?
  • Gibt es in der Nähe Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte oder Apotheken?

Am Günstigsten ist es von vornherein beim Neubau Maßnahmen zum altersgerechten Wohnen in den Bauplan zu integrieren. Möchten Sie altersgerecht bauen oder umbauen stellen wir ihnen die Maßnahmen vor, auf die Sie nicht verzichten sollten:

Umbau: Eingangs- und Außenbereich

Am Besten ist es, wenn man von vornherein einen schwellenfreien Eingang baut. So fallen spätere Baumaßnahmen weg. Wird eine Rampe eingebaut, sollte diese ein geringes Gefälle haben, denn sonst kann man sie nicht selbstständig mit dem Rollstuhl oder einer Gehhilfe nutzen.

Die Eingangstür sollte eine Breite von mindestens 90 cm haben und im Flur muss genug Platz sein, um sich auch mit Gehhilfe und Rollstuhl fortzubewegen.

Möchten Sie im Nachhinein eine Rampe oder einen Hublift einbauen, um ihre Eingangsschwelle zu überwinden, müssen Sie mit Kosten zwischen 5000 und 12000 Euro rechnen.

Im Garten oder auf Ihrer Terrasse sollten Sie ebenfalls keine Stufen oder Schwellen haben, um problemlos die Außenbereiche Ihres Hauses nutzen zu können und selbstständig wieder ins Haus hineingehen zu können. Auch hier sollten die Türen breit genug sein.

Umbau: Badezimmer

In vielen Häusern und Wohnungen wird im Bad platzsparend gebaut. Im Alter kann das jedoch zu Problemen führen. Besonders wichtig für ältere Menschen ist eine bodenebene Dusche, denn das Ein-und Aussteigen in die Badewanne ist nicht nur mühsam, sondern kann auch gefährlich werden.

Wenn Sie die Dusche neu planen, achten Sie auf genügend Platz in der Dusche und überlegen Sie einen Duschplatz einzubauen, um sich hinsetzen zu können. Die Kosten für eine ebenerdige Dusche können stark je nach Größe, Ausstattung und Qualität schwanken (zwischen 1000 und 5000 Euro).

Wer eine Badewanne hat, kann diese auch zur Dusche umbauen lassen, sodass der Eingang erleichtert wird. Hier bleibt allerdings weiterhin eine Schwelle von mindestens 10 cm, sodass diese Variante nicht rollstuhlgerecht ist.

Bei der Wahl des WC sollte auf die Sitzhöhe geachtet werden. Ideal sind zwischen 46 und 48 Zentimeter. Neben der Toilette sollte genug Platz sein, um mit dem Rollstuhl oder einer anderen Gehhilfe heranzukommen. Der Anbau von Haltegriffen im Bad ist ebenfalls sinnvoll, um leichter WC und Dusche benutzen zu können.

Umbau: Schlafzimmer

Am Wichtigsten im Schlafzimmer ist die richtige Betthöhe, um bequem aus dem Bett aufstehen zu können. Diese liegt bei ca. 50 cm.

Seitlich sollten Sie außerdem auf beiden Seiten genügend Platz lassen, um mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl heranzukommen

Umbau: Küche

Wer auch mit abnehmbarer Mobilität seine Küche weiterhin nutzen möchte, sollte eine unterfahrbare Arbeitsfläche anbringen, die von der Höhe her auch von einem Rollstuhlfahrer benutzt werden kann.

Elektrogeräte wie der Geschirrspüler sollten höher positioniert werden damit das Ein-und Ausräumen keine Herausforderung darstellt. Rollstuhlfahrer brauchen zudem die richtigen Küchenschränke, an deren Höhe sie herankommen. Hierfür gibt es spezielle Oberschränke, die den Inhalt beim Öffnen des Schrankes automatisch absenken.

Finanzierung

Ein altersgerechter Umbau kann mit erheblichen Kosten verbunden sein. Es lohnt sich daher, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren. Einige Gemeinden und Städte bieten Förderprogramme für die Wohnungsanpassung. Diese reichen von günstigen Darlehen bis zur kompletten Kostenübernahme.

Fragen Sie bei Ihrem Sozial- oder Wohnungsamt nach oder bei den Seniorenbeauftragten Ihrer Stadt.

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