Schrittanleitung: Heizkörper entlüften


Schrittanleitung: Heizkörper entlüften

Im Herbst und im Winter sind funktionierende Heizkörper ein Muss. Fällt Ihnen auf, dass der Heizkörper sich nicht richtig aufwärmt oder vollständig kalt bleibt, befindet sich vielleicht Luft darin. Dann ist es notwendig, dass Sie den Heizkörper entlüften. Haben Sie sich darüber ausreichend informiert, ist das zum Glück ganz einfach und auch für Laien machbar.

Wann der Heizkörper entlüftet wird

Grundsätzlich sollten alle Heizkörper einmal jährlich entlüftet werden, und zwar noch bevor die Heizperiode anfängt. Das ist unter anderem für Ihren Energieverbrauch wichtig: Befindet sich zu viel Luft in der Heizung und wird dadurch die Wasserversorgung gestört, verbraucht das mehr Energie. Die Folge: Sie zahlen deutlich mehr Heizkosten, als Sie eigentlich müssten.

Ob Luft im Heizkörper ist, können Sie vergleichsweise einfach feststellen. Folgende Kriterien sprechen dafür:

  • Der Heizkörper wird nicht mehr warm genug, um den Raum vollständig zu beheizen.
  • Der Heizkörper wärmt sich überhaupt nicht mehr auf, sondern bleibt kalt.
  • Der Heizkörper macht rauschende oder gluckernde Geräusche.

Auch wenn Ihre Heizkörper gerade ausgetauscht wurden, macht es Sinn, eine Entlüftung durchzuführen.

Was brauche ich, um einen Heizkörper zu entlüften?

Einen Heizkörper zu entlüften, ist längst nicht so schwierig wie es sich anhört. Auch große Werkzeuge benötigen Sie dafür nicht. Stattdessen reichen

  1. ein Entlüftungsschlüssel,
  2. ein Gefäß wie zum Beispiel eine Schüssel oder Schale zum Auffangen von Wasser
  3. und einige alte Tücher, falls etwas danebentropft.

Tipp: Entlüftungsschlüssel können Sie in den meisten Baumärkten, aber auch in Sanitärgeschäften für wenig Geld kaufen. Sie kosten meist nicht mehr als zwei bis fünf Euro.

Notwendige Vorbereitungen zum Entlüften eines Heizkörpers

Vor dem Entlüften in einem Einfamilienhaus sollte die Umwälzpumpe abgestellt werden. Warten Sie danach eine Stunde, damit sich die Luft im Heizkörper sammeln kann. Nach dieser Stunde können Sie alle Thermostate voll aufdrehen, um das Heizsystem zu öffnen. So kann das System vollständig entlüftet werden und Sie müssen sich nicht um jeden Heizkörper einzeln kümmern.

Sind Sie Mieter:in, ist es deutlich schwieriger, die Umwälzpumpe überhaupt erst zu erreichen. Hier müssen Sie leider tatsächlich jeden Heizkörper einzeln entlüften. Handelt es sich trotzdem um mehrere Etagen, sollten Sie im untersten Stockwerk anfangen und sich nach oben vorarbeiten.

Hinweis: Wenn Sie an den Heizkörpern kein Entlüftungsventil finden, liegt es daran, dass die Heizkörper nur über das oberste Stockwerk entlüftet werden können. Wenden Sie sich am Besten an die Hausverwaltung oder den Hausmeisterdienst.

Heizkörper entlüften in vier Schritten

Schritt 1: Suchen Sie nach dem Ventil, das meist gegenüber vom Thermostat liegt. Bei Handtuchheizungen findet es sich auf der Rückseite.

Schritt 2: Halten Sie das bereitgestellte Auffanggefäß so nah wie möglich unter das Ventil.

Schritt 3: Setzen Sie nun den Entlüftungsschlüssel an. Drehen Sie ihn gegen den Uhrzeigersinn, bis ein Zischen zu hören ist. Nun entweicht erst Heizungsluft, dann altes Wasser.

Schritt 4: Sobald Wasser austritt, war die Entlüftung erfolgreich und Sie können das Ventil wieder zudrehen.

Tipp: Lassen Sie beim Öffnen des Ventils Vorsicht walten. Wenn Sie es zu schnell und zu kräftig aufdrehen, tritt womöglich mehr Wasser aus als nötig. Für diesen Fall können Sie alte Handtücher oder Lappen bereithalten.

Die letzten Schritte nach dem Entlüften

Nach der Entlüftung sollten Sie zur Sicherheit den Wasserdruck ihrer Heizung überprüfen. Durch den Wasserverlust bei der Entlüftung kann es passieren, dass dieser zu niedrig ist und Sie Wasser nachfüllen müssen. Stellen Sie die Umwälzpumpe wieder an.

Gut zu wissen: Den Wasserdruck können Sie am sogenannten Manometer ablesen, welches am Heizkessel montiert sein sollte. Dort gibt ein Zeiger den momentanen Druck auf einer Skala an. Liegt dieser im grün gefärbten Bereich, ist alles in Ordnung. Ein Zeiger im roten Bereich verweist auf einen zu hohen oder zu niedrigen Wasserdruck im Heizsystem.

Sollte der Heizkörper Ihnen nach wie vor Probleme bereiten, obwohl Sie ihn ordnungsgemäß entlüftet haben, ist es möglich, dass es einen anderen Defekt gibt. So kann zum Beispiel das Thermostat kaputt sein. Ziehen Sie in einem solchen Fall eine:n Expert:in hinzu, welcher sich das Gerät näher anschaut und es gegebenenfalls reparieren kann.

Fazit: Wie kann ich meinen Heizkörper entlüften?

Sie sollten Ihre Heizkörper entlüften, wenn sie nicht mehr richtig warm werden oder laut gluckern. Dazu öffnen Sie das Ventil mit einem Entlüftungsschlüssel und lassen die Luft entweichen. Die Entlüftung ist abgeschlossen, wenn Wasser austritt. Fangen Sie dieses mit einem Gefäß auf und drehen Sie das Ventil wieder zu.

Hat sich Ihr Problem dadurch noch nicht gelöst, könnte neben der Luft in der Heizung noch ein anderer Schaden vorliegen.

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