Renovieren, Sanieren und Modernisieren: Was ist der Unterschied?


Renovieren, Sanieren und Modernisieren: Was ist der Unterschied?

Renovieren, sanieren und modernisieren – obwohl die drei Begriffe umgangssprachlich dasselbe bedeuten, handelt es sich um unterschiedliche Maßnahmen. Obwohl sie sich in einigen Punkten überschneiden, gibt es doch gravierende Unterschiede.

Insbesondere bezogen auf ein bestehendes Mietverhältnis ist es jedoch wichtig, diese Feinheiten zu verstehen. Deshalb erfahren Sie hier, was die einzelnen Begriffe ausmacht und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Renovieren: Die Verschönerung Ihrer vier Wände

Grundsätzlich handelt es sich beim Renovieren um eine Maßnahme, Ihre eigenen vier Wände ansprechender zu gestalten. Deshalb geht es beim Renovieren fast immer um eine optische Verschönerung, bei der Sie kleinere Mängel beheben.

Diese können durch die tägliche Nutzung oder ein Missgeschick entstehen und werden im Rahmen der Renovierung beseitigt. Allerdings bezieht sich dieser Begriff nicht ausschließlich darauf, dass Sie den Wänden eine neue Farbe verleihen:

  • Sie streichen Ihre Wände oder tapezieren neu.
  • Sie erneuern den Bodenbelag oder ersetzen ihn durch eine ansprechendere Ausführung.
  • Auch das Streichen der Fassade fällt allgemeinhin in diese Kategorie.
  • Das Abschleifen der Türen oder des Parketts gehört ebenfalls zur Renovierung.

Modernisieren: Den Wert Ihrer Immobilie steigern

Das Modernisieren geht einen Schritt weiter als die klassische Renovierung: Es handelt sich dabei um eine Baumaßnahme, die das Gebäude betrifft. In den meisten Fällen sorgen die anfallenden Arbeiten für eine Aufwertung der Ausstattung.

Wenn Sie Ihre Wohnräume modernisieren, bedeutet das zudem, dass Sie den Nutz- oder Wohnwert des Gebäudes steigern. Daraus ergibt sich stets ein höherer Wert für die Immobilie. Sie beseitigen also nicht einfach Schäden, sondern erweitern und verbessern den vorherigen Zustand. Folgende Maßnahmen gehören in den Bereich der Modernisierung:

  • Eine barrierefreie Gestaltung bestehender Wohnräume.
  • Die Installation neuer sanitärer Einrichtungen.
  • Die Dämmung Ihrer Fassade, des Kellers oder des Dachs.
  • Eine Veränderung vom Grundriss durch den Anbau oder durch die Beseitigung von Trennwänden.
  • Der Einbau neuer Fenster oder einer zeitgerechten Heizung.

Gut zu wissen: Das Modernisieren ist nicht immer ein eigennütziges Vorhaben, das Ihre Wohnräume moderner macht. Einige Maßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen deshalb umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise ungedämmte Dächer oder Bereiche, die nicht den aktuellen Brandschutzbestimmungen folgen.

Sanieren: Die Wohnräume wieder nutzbar machen

Ein ernsthafter Schaden oder Mangel an Ihren Räumlichkeiten zieht eine Sanierung nach sich. Deshalb befasst sich das Sanieren von Gebäuden damit, die ursprüngliche Wohnqualität wiederherzustellen.

Dazu gehört allerdings weitaus mehr als der optische Zustand. Vielmehr geht es um eine Kombination aus optischer Aufwertung und der Qualitätsverbesserung im Anschluss an einen Schadensfall. Dazu gehören die folgenden Maßnahmen:

  • Sie reparieren Risse im Putz.
  • Sie beseitigen Asbest, Schimmel oder Hausschwamm.
  • Der Balkon wird abgedichtet, damit Regen, Feuchtigkeit und Wind nicht mehr eindringen können.
  • Die Reparatur eines undichten Daches.
  • Das Trockenlegen des Kellers, nachdem dieser nicht länger nutzbar ist.

Sanieren und modernisieren: Was ist die rechtliche Situation?

Das Renovieren Ihrer Wohnräume ist selten mit extremen Kosten verbunden, weshalb es in den Zuständigkeitsbereich des Mietenden fällt. Anders verhält es sich mit der Modernisierung und Sanierung:

a) Ausgaben für Sanierungsmaßnahmen können Vermieter:innen nicht auf die Miete umlegen, sollte ein aktuelles Mietverhältnis vorliegen. Das liegt daran, dass der bewohnbare Wohnraum durch eine solche Maßnahme wieder hergestellt wird.

b) Kosten für Modernisierungsmaßnahmen tragen sowohl die Vermieter:innen als auch die Mieter:innen. Der Grund dafür ist, dass beide Seiten davon profitieren. Davon ausgeschlossen sind jedoch alle Maßnahmen, die der Instandhaltung dienen.

Übrigens: Obwohl der Begriff „energetische Sanierung“ auf eine Sanierungsmaßnahme schließen lässt, handelt es sich dabei um eine Modernisierung. Da solche Aufwertungen jedoch überaus wünschenswert sind, können Sie zahlreiche staatliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Welche Kosten tragen Mietende beim Modernisieren, Sanieren oder Renovieren?

Das Mietrecht besagt, dass Vermieter:innen allgemeinhin dazu verpflichtet sind, die Wohnung instand zu halten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Vermietende für sämtliche Kosten aufkommen:

Die Beseitigung von Mängeln fällt in die Kategorie sanieren und bezieht sich darauf, dass der Wohnraum bewohnbar bleibt. Deshalb fallen die Kosten den Vermietenden zu.

Eine Modernisierung verbessert den allgemeinen Zustand und kann die künftigen Wohnkosten senken. Deshalb können die Kosten für die Aufwertung teilweise auf die Mieter:innen umgewälzt werden.

Ausgaben für anfallende Renovierungen übernehmen hingegen die Mietenden. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine optische Aufwertung handelt, die zudem mit vergleichsweise niedrigen Kosten einhergeht. Zudem nehmen Sie die Renovierungsarbeiten vor, um Ihr eigenes Wohlbefinden in Ihren vier Wänden zu steigern. Dadurch beseitigen Sie jedoch keine Mängel, noch erhöhen Sie den Immobilienwert.

Fazit zu Renovieren, Sanieren bzw. Modernisieren

Beim Renovieren, Sanieren oder Modernisieren handelt es sich um drei unterschiedliche Disziplinen. Dennoch verfolgen sie allesamt ein gemeinsames Ziel:

Die Wohnqualität in den eigenen vier Wänden zu erhöhen.

Die wichtigsten Unterschiede sind, welche Grundvoraussetzungen vorherrschen und welche Tätigkeiten Sie durchführen. Das bedeutet: Eine Sanierung ist erst dann notwendig, wenn ein baulicher Schaden sie erforderlich macht. Eine Modernisierung hingegen steigert den Wert Ihrer Immobilie, indem sie beispielsweise die vorhandene Ausstattung durch moderne Alternativen ersetzt.

Das Renovieren wiederum befasst sich mit der optischen Aufwertung Ihrer eigenen vier Wände und ist die häufigste Maßnahme, da sie das Streichen und kleinere Reparaturmaßnahmen umfasst.

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